Nach dem rauschenden Schützenfest der letzten Woche hatte sich die Spvgg. am 4. Spieltag der Uni-Winterliga vorgenommen an ihre gute Leistung anzuknüpfen. Gegen das Team von „Rätzinger in Peace“ sollte endlich der Sprung ins obere Tabellendrittel gelingen. Trotz der andauernden Verletzungsmisere gab sich Kapitän Herden zuversichtlich: „Letzte Woche hat sich gezeigt, dass niemand im Team unersetzlich ist“. Mit dem zurückgewonnen Selbstvertrauen ging die Rakete mit breiter Brust auf den Platz. Auch waren die Ränge nach der zuletzt starken Leistung wieder voll besetzt. Doch schon kurz nach dem Anpfiff offenbarten sich starke Schwächen vor allem in der Abwehr. Die zuletzt so starke Dreierkette spielte stellenweise nur eine Statistenrolle. „Die Abstimmung war heute katastrophal“, resümierte Innenverteidiger Christoph Schütze „das war unser Hauptproblem“. Und so war es nur die logische Konsequenz, dass die Rakete mit einem 11:0 Rückstand in die Pause ging. Zwischendurch verlautete die Meldung, der formschwache Offensivspieler Philipp Butz habe das Stadion in der Halbzeitpause vorzeitig verlassen. Dieses Gerücht wurde jedoch durch sein Auflaufen in der zweiten Halbzeit zerstreut. Trotzdem zeigt der Vorfall, wie angespannt die Lage beim Vorjahres 17ten derzeit ist. Die herbe Schlappe war zu diesem Zeitpunkt auch nicht mehr aufzuhalten. Zwar gelangen der Rakete in den Schlussminuten noch zwei Ehrentreffer zum 22:2 Endstand, doch konnten diese ein gellendes Pfeifkonzert der angereisten Fans nicht verhindern. „Für diese Leistung gibt es leider keine Entschuldigung“ bekannte Phil Bertmann „wir müssen dieses Spiel jetzt schnell abhaken und im nächsten Spiel 3 Punkte einfahren“. Und die sind angesichts der Tabellensituation bitter nötig. Um das zu erreichen hat Trainer Herden eine harte Trainingswoche sowie „keine Frauen, kein Alkohol und kein Mensa-Essen mehr“ angekündigt. Aus anonymer Quelle war außerdem zu erfahren, dass zuletzt einige Spieler regelmäßig zu spät zum Training erschienen sind. Der Trainer soll deshalb heftig getobt haben. Wieder einmal zeigt sich, dass ein Kader voller Superstars noch keinen Erfolg garantiert. Doch wenn die Spieler endlich ihre Starallüren ablegen und am nächsten Spieltag wieder eine geschlossene Mannschaftsleistung zeigen,dann kann die Rakete das Ruder in dieser Saison vielleicht noch herumreißen und zu einem versöhnlichen Saisonabschluss kommen.
Geschrieben von: Philipp Butz [11]